Made in NRW

"Papier - Holz war gestern" - Dokumentation des WDR zeigt PAPSTAR in der Branchen-Pionierrolle

von Bernd Born

Bernd Born ARD Mediathek

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Nordrhein-Westfalens Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Energiekrise, Klimawandel, internationale Konflikte und neue Handelsbedingungen. Die WDR-Reportagereihe "Made in NRW" zeigt, wie Unternehmen den Wandel meistern - und stellt die Menschen dahinter in den Fokus. In einer neuen Folge, die sich facettenreich der papierverarbeitenden Industrie widmet, fällt PAPSTAR und den Recyclingprozessen rund um Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen eine besondere Bedeutung zu.

In kaum einer Branche spiegelt sich das Auf und Ab des industriellen Wandels derart deutlich wider wie in der Papierbranche. Während Hersteller von Druck- und Magazinpapieren zunehmend ums Überleben kämpfen, können sich die Produzenten von Verpackungsmaterialien zumindest über eine Stabilisierung der Zahlen freuen. Sie profitieren vom wachsenden Online- und Versand-Handel und der gestiegenen Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen. Mittlerweile machen Verpackungspapiere etwa zwei Drittel der Gesamtproduktion aus. Durch den Rückgang an Druckerzeugnissen wie Zeitungen, Bücher, Magazine und Prospekten stehen den Produzenten grafischer Papiere dagegen weiter schwere Zeiten bevor.

Branche ist hohen Kostensteigerungen ausgesetzt

Insgesamt kämpft die Branche gegen rückläufige Umsätze und Produktionsmengen, die durch hohe Kostensteigerungen bei Zellstoff, Altpapier und Energie verschärft werden.

Einst galt Düren als Papierhauptstadt Europas. Wichtige Innovationen bei der Papierherstellung setzten sich hier nachhaltig durch. Heute kämpft die nordrhein-westfälische Papierbranche erneut um zukunftsweisende Erfindungen - und um ihre Existenz. Wir lernen Menschen kennen, die diesen Wandel mitgestalten.

Zum Beispiel bei CREAPAPER in Düren. Sie produziert Papier zum Teil aus Paludi-Gras - Gras aus Mooren, die zugleich wichtige CO₂-Speicher sind. Ihr Produkt ist in der Branche heftig diskutiert und zugleich von großen Marken immer stärker nachgefragt. Wird das Papier aus Gras einmal jenes aus Holz ersetzen können? CEO Friedrich Scholta, Fabriksleiter Michael Zapora und Laborleiterin Anna Tillmann sind mitunter aus anderen Branchen eigens hierher gewechselt, um die zukunftsweisende Transformation in Unternehmen und Branche mitgestalten zu dürfen.

Die Firma Jung Papier in Düsseldorf stellte früher das unter dem weltbekannten Markennamen HAKLE hergestellte Hygienepapier her. Dann kam die Pleite und der Verkauf der Markenrechte. Nun versucht das Ehepaar Jung den Neustart - mit neuen Rohstoffen. Gelingt die Herstellung von Toilettenpapier zum Teil aus Kaffeeproduktionsresten oder anderen Recyclingprodukten?

Beispielhafter Wertstoffkreislauf für Lebensmittelverpackungen

Das Unternehmen PAPSTAR aus Kall gilt als Primus unter den Herstellern von Einweggeschirr - früher vor allem aus Plastik. Heute vorrangig aus recycelbarer Pappe und Papier. Gerade hat der frühere CEO Bert Kantelberg die Geschäfte in die Hände seines Sohnes Tom gelegt. Die beiden und Frank Kolvenbach (Geschäftsführer der PAPSTAR Solutions GmbH) stellen uns ihren beispielhaften Wertstoffkreislauf für Lebensmittelverpackungen vor.

(Text: Tom Müller - Autor, Tom & Perla Medienmanufaktur; Fotos: Bernd Born)

 

Made in NRW - Wirtschaft, Wandel und Wohlstand?

Pleitiers oder Pioniere? Transformation in der nordrhein-westfälischen Papierbranche; ein Film (29:32 Minuten) von Daniela Fonrobert und Tom Müller

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